Die besondere Wohnform im Wandel
Besondere Wohnform im Wandel
Mit dem Kauf des ehemaligen Logierhauses im Jahr 1876 legte die Familie Kassen den Grundstein für die Geschichte des heutigen Sanatoriums. In diesem Gebäude wurden die ersten Kurgäste untergebracht. Bis 1975 diente das gesamte Gelände als Kneipp-Einrichtung. Mit der Umstellung zur Besonderen Wohnform im Jahr 1976 begann mit zunächst 35 Plätzen für psychisch erkrankte Menschen ein neues Kapitel.
Das historische Gebäude wird heute „Villa“ genannt. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2013 lebte hier Gertrud Kassen. Anschließend wurde die Villa behutsam renoviert und an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Im Erdgeschoss befinden sich heute Schulungs- und Besprechungsräume. Im Obergeschoss entstanden acht Bewohnerzimmer, eine Teeküche sowie ein Snoezelraum – ein Ort der Entspannung, der unter anderem regelmäßig für Yogaangebote genutzt wird.
Da die Villa unter Denkmalschutz steht, konnte die Verbindung zum benachbarten Gebäude nur durch einen eingeschossigen Verbindungsbau mit Flachdach geschaffen werden. An dieser Stelle befanden sich früher die Ställe für Kühe und Schweine.
Das erste Gebäude für die Kurgäste wurde im Jahr 1960 eröffnet. Dasheutige Haus 2 – damals für Männer – folgte 1964. Zusammen mit Haus 1, das für Frauen vorgesehen war, wurden dort monatlich bis zu 120 Kurgäste betreut. Hier spielte sich über viele Jahrzehnte das Kurgeschehen ab.
Im Jahr 2013 konnte das neue Hauptgebäude in der Hildegard Straße 3 eröffnet werden. Hier befinden sich heute neben den Bewohnerzimmern auch die Verwaltung, das große Speisezimmer, die Küche sowie die Chill-Lounge mit Billard- und Kickermöglichkeiten. Außerdem sind hier die hauseigene Wäscherei sowie Aufenthalts- und Sanitärräume für die Mitarbeitenden untergebracht.
Das ehemalige Hauptgebäude stand anschließend einige Jahre teilweise leer und wurde in dieser Zeit unter anderem von der Rumänienhilfe als Lager für Sachspenden genutzt, bevor es im Jahr 2017 abgerissen wurde.
Auch Haus 2 hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Das frühere Schwimmbad mit der Wassertretstelle wurde 2012 geschlossen und zum Kreatreff umgebaut. Die ehemaligen Armbäder sind bis heute erhalten und werden inzwischen als Blumengefäße genutzt. Im Jahr 2022 wurde das Gebäude umfassend saniert und energetisch modernisiert. Neben einer neuen Fassade und einer verbesserten Wärmedämmung wurden unter anderem der Brandschutz optimiert, ein zweites Fluchttreppenhaus errichtet und ein Blockheizkraftwerk installiert.
So erzählen die Gebäude bis heute ihre Geschichte – von den Anfängen als Kneipp-Sanatorium bis hin zur modernen Besonderen Wohnform, in der heute 88 Menschen ein dauerhaftes Zuhause gefunden haben.











